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Erläuterungen zur Bezeichnung “Neuer Adel” in Deutschland nach Klassifizierung der IFAA-Norm

Der Begriff “Neuer Adel” ist in der IFAA-Norm des Adelsverbandes als wichtige Differenzierungsgröße zur Unterscheidung der Adelsattribute von Adelsnamensträgern eindeutig definiert und richtet sich nach den Vorgaben des Melderechtesrahmengesetzes MRRG. Die Abgrenzung erfolgt zudem unabhängig vom Deutschen Namensrecht zum “Historischen Adel”, der den Grundlagen heraldischer Aufzeichnungen und Registern historischer Adelsverbände folgt. [ Beispiele ] Träger von Adelsnamen/Adelstiteln können nicht gleichzeitig dem Neuen Adel und dem Historischen Adel angehören, obschon Träger historischer Adels-NAMEN auch dem Neuen Adel angehören können, nämlich in dem Fall der Ablehnung von Trägern historischer Adelstitel zur Aufnahme in historische Adelsverzeichnisse (z.B. dem GHdA, Gotha usw.). Historische Adelsverbände lehnen die Neuaufnahme von Familiennamensträgern, die einen historischen Adelstitel zum Beispiel durch Heirat oder Adoption erlangt haben (fast) immer ab, da diese ohne in direkter männlicher Abkunft stehend dem Historischen Adel nicht angehören.

Die Bezeichnung “Neuer Adel” trifft ausschließlich für Adelsnamensträger zu, die diesen Namen auch tatsächlich im Melderegister, und damit im Personalausweis eingetragen führen. Dies kann als Familienname dargestellt sein (z.B. neuzeitliche Adoptionen oder Heirat ohne Eintragung in hist. Adelsverzeichnissen oder dem Gotha) oder in Form der Führung eines meldebehördlich erfassten Ordens/Künstlernamens.
Wird ein Adelsname als Personenmerkmal im Rechtsverkehr gebraucht, der nicht behördlich registriert ist, sind getätigte Rechtsgeschäfte anfechtbar und unter Umständen kann im Einzelfall der Vorwurf der Hochstapelei und Irreführung berechtigt sein. Die Führung von Adelsnamen im internationalen Gebrauch und die Beurteilung vom Adelsstatus nach IFAA-Norm des Adelsverbandes ist analog dazu anzuwenden.


Folgende Merkmalskombinationen sind möglich:

§ 1

Nutzung eines Adelsnamen (A) oder Adelstitels (A+)
ohne meldebehördliche Eintragung:
z.B. ein dem Familiennamen nachgestellter Fantasie-Adelsname
= Pseudonym ohne Rechtswirkung, ggf. strafbar.
siehe auch: [ Nichtadel ]

§ 2

Nutzung eines Adelsnamen (A) oder Adelstitels (A+)
mit meldebehördlicher Eintragung:
z.B. Familienname wurde auf Grund von Adoption oder Heirat in einen Adelsnamen gewandelt,
oder eingetragener Ordens/Künstlername bei nachgewiesener künstlerischer Tätigkeit
= Neuer Adel (weil Familienname / Ordensname / Künstlername)

Die Klassifizierung Neuer Adel (A) / (A+) ist möglich.

Mitglieder des Neuen Adels werden im Adelsregister des Adelsverbandes geführt.
Analog zur Habndhabung des VdDA werden im Adelsregister auch in Ausnahmefällen begründete Eintragungen nach Entscheidung des Gutachterausschusses vorgenommen und veröffentlicht.


Die Vorstehende Klassifizierung ist anhand von Beispielen dargestellt:

Beispiel 1

Herr Max Mustermann erwirbt bei einem Anbieter von Geschenkartikeln eine Ernennungsurkunde zur “Gräfin von Steinburg” für seine Frau als Geburtstagsüberraschung, Kostenpunkt 59 Euro. Frau Mustermann nennt sich fortan “Gräfin von Steinburg” und hat sich daran gewöhnt, ihren Familiennamen einfach nicht mehr zu verwenden. Bei einer Versandhauskette bestellt sie sich unter ihrem Adelsnamen ein feudales Diamantkollier und vergisst ihre Rechnung zu zahlen. Statt dem üblichen Mahnschreiben des Versandhauses erhält sie Besuch von der Kriminalpolizei. Grund: Erschleichung von Leistungen unter betrügerischer Verwendung eines Falschnamens zur Verschleierung der Identität. “Ich habe doch den Namen Gräfin von Steinburg auf meiner Urkunde stehen, ich nutze den Namen weil es ja laut Beiblatt zur Urkunde seit 1918 keine Adelstitel mehr gibt!”, präsentiert mit demütigem Stolz dem Kriminalbeamten ihre Schmuckurkunde und hat die Lacher auf Ihrer Seite. Doch damit erschöpft sich schon die Wirkung dieses “Dokuments”, der Betrugsvorwurf wird gerichtlich verfolgt.

Fazit: Ausschließlich im Melderegister geführte Namen sind keine Pseudonyme ohne Rechtswirkung, sondern Familien- Ordens- oder Künstlernamen, die Verkehrsgeltung im Rechtsverkehr besitzen. (siehe hierzu unsere Hinweise unter
Künstlernamen). Nur Träger von im Melderegister eingetragener Namen dürfen sich als Vertreter des “Neuen Adels” bezeichnen.

Nach Klassifizierung der IFAA-Norm des Adelsverbandes ist der von Frau Mustermann verwendete Name ein [ Adelsname = A ] und sie hat unter Betrachtung der Zuordnung Ihres Adelsstatus nicht das Recht sich als Mitglied des Neuen Adels zu bezeichnen, ihrem Adelsnamen fehlt jegliche Rechtswirkung!

Beispiel 2

Ein Unternehmer erwirbt bei einem anderen Anbieter einen Adelsnamen “Graf von Schönfels” zusammen mit dem Recht, den beim Deutschen Patent- und Markenamt registrierten Markennamen zu nutzen. Der Unternehmer bezeichnet seine Firma “Graf von Schönfels Eventmanagement”. Ein Mitbewerber sieht, dass dieser Unternehmer erfolgreich ist und fragt beim Adelsverband an, ob eine Anzeige wegen Hochstapelei möglich sei.

Nein, der Unternehmer bezeichnet sein Gewerbe mit dem Firmennamen “Graf von Schönfels” und die bestehenden Patentrechte auf den Namen berechtigen ihn, sein Unternehmen auch so zu bezeichnen. Nach Klassifizierung der IFAA-Norm des Adelsverbandes ist der Patentinhaber durch die Namensrechte am Markennamen (Markenname ist kein Ordens/Künstlername) dennoch nicht dem Neuen Adel zugehörig, da eine Patenturkunde die Eintragung eines Namens in das Melderegister nicht ermöglicht, sondern lediglich Waren- und Dienstleistungsklassen schützt.

Beispiel 3

Benny Blues Graf von Straßenburg (sein Familienname ist wahrscheinlich Benjamin Borczykowski) hat auch einen Adelsnamen von einem Händler gekauft, weil ihm sein alter Name zu komisch vorkam - allerdings in einer Ebay-Auktion des als “Titelhändler” bezeichneten Anbieters 4micromax für nur 19,50 Euro. Seit 3 Jahren tingelt er durch Deutschland, an seinem Hals baumelt ein Königs-Orden (Karnevalsorden bei Ebay für 2,50 Euro) und seinen Gitarren-Blues-Finger ziert ein gewaltiger Gold-Imitat-Ring mit Königswappen. Er sitzt meistens in Bahnhofsnähe vor den Klohäuschen. Hier spielt er auf seiner Gitarre, singt heiser und verkauft ein Taschenbuch mit Gedichten, die er irgendwann einmal geschrieben hat. Auf dem Pappschild hinter der Sammelbüchse steht: “Ich bin der Graf von Straßenburg! Bitte, Ihr herzlieben Bürger, gebt nen Euro für den verarmten Adel!”.

Legal? Ja. Und was noch brisanter ist, Benny ist Mitglied des Neuen Adels. Durch die Zeitungsberichte interessierter Journalisten, die über diesen kreativen Freak berichteten, seine Buchveröffentlichung und die Nachweise der Zahlung seiner Beiträge in die Künstlersozialkasse hat er nach Vorlage seiner Belege die Eintragung seines 4micromax Ebay-Adelstitels als Künstlername in den Ausweis erwirkt.

Nach Klassifizierung der IFAA-Norm des Adelsverbandes ist der von Benny verwendete Name ein [ Adelsname = A ] und er hat unter Betrachtung der Zuordnung seines Adelsstatus das Recht sich als Mitglied des Neuen Adels zu bezeichnen, da sein Adelsname im Melderegister geführt wird. Sein Auftreten als Graf und das Vereinnahmen von “Trinkgeldern” der Passanten für die von ihm erbrachte Musikdarbietung und den Buchverkauf, was ein Rechtsgeschäft darstellt, kann nicht angefochten werden. Seine Geschäftsidee ist genial. Benny: “An sonnigen Tagen habe ich meistens  so um die 200 Euro in der Büchse, ich habe mein Gewerbe natürlich angemeldet und zahle auch Steuern! Morgen fliege ich nach Las Vegas, hab mein Pappschild auf Englisch umgeschrieben!”

 
Beispiel 4

Prinzessin von G. erlangte durch Heirat eines Sprosses einer ehemaligen Fürstenfamilie den begehrten Familiennamen. Ihre Heirat wurde von historischen Adelsverbänden nicht anerkannt (wie auch Adoptionen in 99% der Fälle von hist. Adelsverbänden nicht anerkannt werden). Frau Prinzessin von G. war davon überzeugt, dem historischen Adel anzugehören, bis zu dem Moment ihrer Anfrage, eine Eintragung in den Gotha zu erlangen. Abgelehnt. Stolz verletzt. Scheidung. Was bleibt ist ein reiner Familienname mit adeligem Prädikat.

Nach Klassifizierung der IFAA-Norm des Adelsverbandes ist der von Prinzessin von G. eingetragener Name ein [ Adelstitel = A+ ] und sie hat das Recht, sich als Mitglied des Neuen Adels zu bezeichnen, da ihr Adelsname im Melderegister geführt wird, nicht jedoch als Stammeslinie eines historischen Adelsgeschlechtes in Adelsverzeichnissen historischer Adelsverbände. Prinzessin von G. ist mit Ihrem Familiennamen mit Benny aus Beispiel 3 namensrechtlich (fast) gleichgestellt!





 

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